Broken Heart Syndrom
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Symbolbild

Es klingt nach Gefühl, ist aber ein medizinischer Notfall: Was hinter dem Broken-Heart-Syndrom steckt – und wann sofort Hilfe nötig ist.

Ein schlimmer Schreck, eine Trennung, der Verlust eines geliebten Menschen – manchmal fühlt es sich an, als würde einem das Herz wirklich wehtun. Und tatsächlich gibt es ein Krankheitsbild, bei dem starker seelischer oder körperlicher Stress das Herz plötzlich aus dem Takt bringen kann: das Broken-Heart-Syndrom, auch Takotsubo-Syndrom genannt. Das Heimtückische daran: Die Beschwerden sehen oft fast genauso aus wie bei einem Herzinfarkt. Viele Betroffene denken erst an Panik, Kreislauf oder „nur Stress“. Genau das kann gefährlich werden. Denn auch wenn sich das Herz oft wieder erholt, ist die Situation akut und muss schnell ärztlich abgeklärt werden.

Hilfe aus der Apotheke

„Versuch dich zu entspannen!“ – In Krisensituationen ist dieser gut gemeinte Rat für Betroffene oft schwer umzusetzen. Dennoch ist die beste Vorbeugung vor einem Broken-Heart-Syndrom, den Pegel von negativem Stress im Alltag so tief wie möglich zu halten. Ihre Apotheke steht Ihnen dabei gern beratend zu Seite und kann Ihnen auch pflanzliche Mittel zur Entspannung empfehlen. Kommen Sie einfach bei uns vorbei.

Was ist das Broken-Heart-Syndrom überhaupt?

Der Name klingt fast poetisch. Medizinisch ist das Broken-Heart-Syndrom aber eine plötzlich auftretende Funktionsstörung des Herzmuskels. Vor allem die linke Herzkammer, also die „Hauptpumpe“ des Herzens, arbeitet dann vorübergehend nicht mehr richtig. Anders als beim klassischen Herzinfarkt ist dabei meist kein Herzkranzgefäß verstopft. Trotzdem fühlen sich die Beschwerden für Betroffene oft genauso bedrohlich an.

Der zweite Name, Takotsubo-Syndrom, stammt aus Japan. Dort haben Ärzte die Erkrankung beschrieben und die veränderte Form der linken Herzkammer mit einer traditionellen Tintenfischfalle verglichen. Das klingt erst einmal exotisch, ist für Patienten aber vor allem deshalb interessant, weil es zeigt: Diese Erkrankung ist kein „eingebildeter Schmerz“, sondern eine echte, sichtbare Veränderung am Herzen.

Warum das Thema so wichtig ist

Das Broken-Heart-Syndrom wird oft unterschätzt, weil der Name harmloser klingt, als die Erkrankung ist. Tatsächlich kann sie in der Akutphase ernst verlaufen. Das internationale Konsensuspapier beschreibt das Syndrom als akutes Herzereignis, das rasch diagnostiziert und überwacht werden muss. Auch große Registerdaten zeigen, dass schwere Komplikationen im Krankenhaus auftreten können und dass die Erkrankung keineswegs nur „etwas mit den Nerven“ ist.

Wichtig zu wissen: Plötzlicher Brustschmerz, Luftnot oder Ohnmacht sind niemals etwas für die Selbstmedikation. Wer solche Beschwerden hat, braucht medizinische Hilfe – und zwar sofort. Das gilt auch dann, wenn vorher starker Stress, Trauer oder ein Schock im Spiel waren.

Wer besonders häufig betroffen ist

Vor allem Frauen nach den Wechseljahren sind betroffen. Nach Angaben von gesund.bund.de werden rund 90 Prozent der Fälle bei Frauen nach der Menopause diagnostiziert. Auch in einer großen Studie mit 1.750 Patienten waren 89,8 Prozent der Betroffenen Frauen, das Durchschnittsalter lag bei 66,8 Jahren.

Das bedeutet aber nicht, dass Männer kein Risiko haben. Männer erkranken seltener, können aber häufiger einen schwereren Verlauf haben. Wichtig ist also: Das Broken-Heart-Syndrom ist zwar typisch für ältere Frauen, aber nicht auf diese Gruppe beschränkt. Auch jüngere Menschen können betroffen sein.

Außerdem ist das Syndrom keine absolute Rarität. Schätzungen zufolge steckt hinter etwa 1 bis 4 von 100 Verdachtsfällen auf Herzinfarkt in Wirklichkeit ein Broken-Heart-Syndrom. Das ist wenig genug, um nicht täglich darüber zu sprechen – aber häufig genug, dass man es kennen sollte. (Quelle: BARMER)

Was kann ein Broken-Heart-Syndrom auslösen?

Viele denken sofort an Liebeskummer. Das ist verständlich, greift aber zu kurz. Tatsächlich können starke Gefühle wie Trauer, Angst, Wut oder ein Schock Auslöser sein. Ebenso kommen körperliche Belastungen infrage, zum Beispiel Infektionen, Atemwegserkrankungen, schwere andere Erkrankungen oder belastende medizinische Behandlungen. Manchmal findet sich auch gar kein eindeutiger Auslöser.

Die Forschung geht davon aus, dass Stresshormone dabei eine wichtige Rolle spielen. Im Blut von Betroffenen finden sich oft erhöhte Mengen von Adrenalin und Noradrenalin. Diese Stoffe können den Herzmuskel belasten. Warum manche Menschen darauf mit einem Broken-Heart-Syndrom reagieren und andere nicht, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus Stressreaktion, hormonellen Einflüssen und individueller Anfälligkeit.

Gerade bei Frauen nach den Wechseljahren wird außerdem diskutiert, ob der Rückgang von Östrogen eine Rolle spielt. Das Hormon scheint das Herz-Kreislauf-System in gewissem Maß zu schützen. Fällt dieser Schutz weg, könnte das Herz empfindlicher auf Stresshormone reagieren. Sicher ist: Die genauen Mechanismen sind noch nicht abschließend erforscht.

So fühlt es sich an: typische Beschwerden

Das Broken-Heart-Syndrom macht sich oft so bemerkbar, dass Betroffene und Angehörige sofort an einen Herzinfarkt denken. Zu den häufigsten Beschwerden gehören plötzlich einsetzende Brustschmerzen, Atemnot und manchmal auch Ohnmacht. Auch Übelkeit, Schweißausbruch, Schwindel und starke Schwäche können dazukommen.

Und genau hier liegt der Knackpunkt: Man kann das selbst nicht sicher vom Herzinfarkt unterscheiden. Auch Ärzte sehen anfangs oft ein sehr ähnliches Bild. Deshalb gilt bei solchen Beschwerden nicht „erst mal hinlegen und abwarten“, sondern Notruf 112. Wer versucht, die Symptome als Stress oder Kreislaufproblem abzutun, verliert im Zweifel wertvolle Zeit.

Wie die Diagnose gestellt wird

In der Notaufnahme wird zunächst meist genauso vorgegangen wie bei einem Herzinfarktverdacht. Es werden EKG, Blutwerte und bildgebende Verfahren eingesetzt. Besonders wichtig ist oft eine Untersuchung der Herzkranzgefäße, um einen Gefäßverschluss auszuschließen. Denn genau das unterscheidet das Broken-Heart-Syndrom vom klassischen Herzinfarkt: Die Beschwerden passen zwar dazu, die Herzkranzgefäße sind aber meist nicht verstopft.

Das klingt im ersten Moment fast beruhigend, ist aber kein Grund zur Entwarnung. Denn auch ohne verstopftes Gefäß kann die Pumpfunktion des Herzens deutlich eingeschränkt sein. In der großen NEJM-Studie lag die durchschnittliche Auswurffraktion der linken Herzkammer bei Betroffenen bei rund 40,7 Prozent und damit deutlich niedriger als bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom in der Vergleichsgruppe.

Wie gefährlich ist das Ganze?

Die gute Nachricht zuerst: Bei vielen Menschen normalisiert sich die Herzfunktion innerhalb weniger Wochen wieder. Das ist einer der Gründe, warum das Broken-Heart-Syndrom oft als „vorübergehend“ beschrieben wird. Diese Aussage stimmt – aber nur zur Hälfte. Denn die Akutphase kann ernst sein. Es können Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufschock oder Blutgerinnsel im Herzen auftreten.

Große Registerdaten zeigen jedoch, dass schwere Komplikationen im Krankenhaus keineswegs selten sind. In der NEJM-Studie waren die schweren Komplikationen im Krankenhaus ähnlich häufig wie bei einem akuten Koronarsyndrom. Das ist ein wichtiger Punkt, weil viele Menschen beim Begriff „Broken Heart“ eher an seelischen Schmerz als an ein potenziell gefährliches Herzproblem denken.

Behandlung: erst sichern, dann erholen

Weil zu Beginn oft nicht klar ist, ob es sich um einen Herzinfarkt oder ein Broken-Heart-Syndrom handelt, werden Betroffene zunächst engmaschig überwacht und wie Patienten mit einem akuten Herzproblem behandelt. Danach richtet sich die Therapie danach, wie stark das Herz betroffen ist und ob Komplikationen vorliegen. Das internationale Konsensuspapier betont, dass die Behandlung oft individuell entschieden werden muss, weil es bis heute nur begrenzte Studiendaten zur optimalen Langzeittherapie gibt.

Für Patienten heißt das: Nicht erschrecken, wenn nach dem Krankenhaus Medikamente verordnet werden, die man eher von Herzschwäche oder Blutdruck kennt. Solche Mittel können je nach Befund sinnvoll sein. Gleichzeitig sollte niemand erwarten, dass es bereits die eine Tablette gibt, die das Broken-Heart-Syndrom künftig sicher verhindert. So weit ist die Forschung noch nicht.

Kann das wiederkommen?

Ja, das ist möglich – aber eher die Ausnahme. Studien berichten Rückfallraten in einer Größenordnung von etwa 4 Prozent, andere Quellen sprechen von etwa 4 bis 10 Prozent im Laufe des Lebens. Das heißt: Die meisten Betroffenen erleben keinen erneuten Anfall, aber das Risiko ist auch nicht null. Neue Beschwerden sollten deshalb immer ernst genommen werden.

Auch nach der Entlassung gilt also: Wer erneut Brustschmerzen, Luftnot, Herzrasen oder starke Schwäche bemerkt, sollte das nicht einfach auf Stress schieben. Lieber einmal zu viel abklären als einmal zu spät.

Was Betroffene im Alltag tun können

Viele fragen nach der Diagnose: „Und was jetzt?“ Die ehrliche Antwort lautet: Das Herz braucht jetzt vor allem Zeit, Kontrolle und möglichst wenig zusätzlichen Stress. Das heißt nicht, dass man jede Aufregung im Leben vermeiden kann. Aber es hilft, die eigene Belastung bewusster wahrzunehmen, ausreichend zu schlafen, Medikamente regelmäßig einzunehmen und Kontrolltermine nicht ausfallen zu lassen.

Ebenso wichtig ist, seelische Belastung ernst zu nehmen. Das Broken-Heart-Syndrom ist keine psychische Erkrankung, aber die Forschung zeigt, dass neurologische oder psychiatrische Begleiterkrankungen bei Betroffenen häufiger vorkommen als bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom. Darum kann es sehr sinnvoll sein, neben der kardiologischen Nachsorge auch psychische Belastungen offen anzusprechen.

Broken-Heart-Syndrom kurz & knapp

Das Broken-Heart-Syndrom zeigt, dass starker Stress nicht nur auf die Stimmung schlagen kann, sondern im Ausnahmefall auch direkt aufs Herz. Die Erkrankung betrifft besonders häufig Frauen nach den Wechseljahren, kann aber grundsätzlich jeden treffen. Das Entscheidende ist nicht der romantische Name, sondern die medizinische Realität: Die Beschwerden sind oft kaum von einem Herzinfarkt zu unterscheiden, und genau deshalb ist schnelles Handeln so wichtig.

Die gute Nachricht lautet: Viele Betroffene erholen sich innerhalb weniger Wochen wieder. Die schlechte Nachricht: In der Akutphase kann das Syndrom ernst sein und muss überwacht werden. Für Betroffene heißt das vor allem: Warnzeichen kennen, neue Beschwerden nie verharmlosen und nach einem überstandenen Ereignis die eigene Medikation und Nachsorge gut im Blick behalten. Genau hier kann Ihr Apotheke im Hauptbahnhof viel leisten – mit verständlicher Aufklärung, einem offenen Ohr und dem Hinweis, wann Selbsthilfe endet und ärztliche Hilfe sofort nötig ist.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Broken-Heart-Syndrom

Ist das Broken-Heart-Syndrom dasselbe wie ein Herzinfarkt?

Nein. Die Beschwerden können sehr ähnlich sein, aber beim Broken-Heart-Syndrom sind die Herzkranzgefäße meist nicht verstopft. Da man das anfangs nicht sicher unterscheiden kann, wird es trotzdem zunächst wie ein akuter Herznotfall behandelt.

Wer bekommt ein Broken-Heart-Syndrom besonders häufig?

Vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Rund 90 Prozent der diagnostizierten Fälle betreffen diese Gruppe. Betroffen sein können aber auch Männer und jüngere Menschen.

Kann nur Kummer der Auslöser sein?

Nein. Neben Trauer oder Schock kommen auch körperliche Belastungen als Auslöser infrage, zum Beispiel schwere Erkrankungen oder Atemwegsprobleme. Manchmal findet sich sogar gar kein klarer Auslöser.

Heilt das wieder aus?

In vielen Fällen ja. Bei vielen Patienten erholt sich die Herzfunktion innerhalb weniger Wochen. Trotzdem kann die Akutphase gefährlich sein, deshalb ist eine schnelle Abklärung wichtig.

Kann es wiederkommen?

Ja, aber eher selten. Studien nennen Rückfallraten um etwa 4 Prozent; andere patientennahe Quellen sprechen von etwa 4 bis 10 Prozent.

Was Sie danach tun sollten

Nach einem überstandenen Broken-Heart-Syndrom lohnt sich ein gründlicher Medikationscheck in der Apotheke. Gerade wenn mehrere Arzneimittel zusammenkommen, sollte geprüft werden, ob sie gut zusammenpassen und ob alles korrekt eingenommen wird. Wichtig ist aber auch die klare Warnung: Neue Brustschmerzen, plötzliche Luftnot oder Ohnmacht sind kein Fall für Beruhigungstee, Magnesium oder „ich beobachte das mal“, sondern für den Notruf.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Apotheke im Hauptbahnhof in Leipzig . Stand 04/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Apotheke im Hauptbahnhof in Leipzig vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

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Abgabe in haushaltsüblichen Mengen, solange der Vorrat reicht. Für Druck- und Satzfehler keine Haftung.

  1. 1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  2. 2 Angabe nach der deutschen Arzneimitteltaxe Apothekenerstattungspreis (AEP). Der AEP ist keine unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. Der AEP ist ein von den Apotheken in Ansatz gebrachter Preis für rezeptfreie Arzneimittel. Er entspricht in der Höhe dem für Apotheken verbindlichen Abgabepreis, zu dem eine Apotheke in bestimmten Fällen (z.B. bei Kindern unter 12 Jahren) das Produkt mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnet. Der AEP ist der allgemeine Erstattungspreis im Falle einer Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, vor Abzug eines Zwangsrabattes (zur Zeit 5%) nach §130 Abs. 1 SGB V.
  3. 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP).

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